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Handlungsfeld Fehlerkultur

eins ist sicher: Fehler sind wertvolle Lektionen!

"Fehler zeigen uns, dass noch etwas optimiert werden muss. In jedem Fehler steckt eine Chance auf Weiterentwicklung und Verbesserungen im Arbeitsschutz. Deswegen ist es mir wichtig, offen über Fehler mit meinen Kolleginnen und Kollegen zu sprechen – nur so kommen wir gemeinsam voran."

Richard Spies (Türelemente Borne Handelsgesellschaft mbH, Trierweiler)

Fehler = Nutzen ?

In einer funktionierenden Fehlerkultur geht es nicht um Vorwürfe. Es geht darum, Lehren aus Fehlverhalten zu ziehen, Arbeit fehlertolerant oder fehlersicher zu gestalten und andere zugleich davor zu bewahren, gleiche oder ähnlich gelagerte Fehler zu begehen.

Sehen Sie jeden Fehler als Chance...

Ist ein Fehler passiert, ist das immer unangenehm. Doch wer einen Fehler gemacht hat und ihn vertuscht oder nicht korrigiert, begeht bereits einen zweiten! Trennen Sie nach Konsequenzen: Katastrophen wie tödliche Arbeitsunfälle müssen verhindert werden, um jeden Preis.

Die entsprechenden Sicherheitssysteme dazu müssen fehlerfrei sein. Lassen Sie es darüber hinaus grundsätzlich zu, dass Fehler oder Fehlverhalten offen und sanktionsfrei an- und besprochen werden kann.

Können in Ihrem Betrieb Fehler oder Probleme offen angesprochen werden, ohne dass mit negativen Konsequenzen gerechnet werden muss?

  • Wann gab es das letzte Mal einen Fehler, der Sie „richtig viel Geld“ gekostet hat oder der „schlimm hätte ausgehen können“?
  • Wie sind Sie damit im Nachhinein umgegangen?
  • Wie wollen Sie künftig mit Fehlern/Problemen umgehen?
  • Wie nehmen Sie den Beschäftigten die Angst über Fehler und kritische Situationen zu sprechen?
  • Wo sind Ihrer Meinung nach derzeit noch Gesundheits- und Fehlerrisiken vorhanden?
  • Wie wird dann mit diesen Erkenntnissen umgegangen?
  • Welche Arbeitsbedingung muss künftig - neben der Aufmerksamkeit eines jeden Einzelnen - noch verstärkt/verändert werden?
  • Wann gab es zuletzt einen schwerwiegenden Fehler?
  • Wie wurde dieser Fehler offenkundig?
  • Ist dieser Fehler in Zukunft sicher vermeidbar?

eins ist sicher: Arbeitsschutz bewegt

Ein paar Praxistipps zum Einstieg

Offen ansprechen

Fehler und Probleme werden offen und ohne negative Konsequenzen angesprochen. Dabei werden gleichzeitig Lösungen gesucht:
Fehler können passieren. Ärger gibt es, wenn man sie vertuscht oder die Schuld beim Anderen sucht.

Fehler auswerten

Gesundheits- und Fehlerrisiken werden genauso wie die Beinahe-Unfälle erfasst und ausgewertet:
Eine „QSR-Statistik“ (Qualitätssicherung mit Routinedaten) führt der Qualitätsbeauftragte für die Auswertung im Quartalstreffen der Schichtleiter.

Verbessernde Fehler

Aus Fehlern zu lernen und die Abläufe zu verbessern, ist das Ziel:
Wer es schafft, einen Fehler dauerhaft zu beseitigen, bekommt eine Prämie, Belohnung oder Auszeichnung.

Geregelt

Regeln Sie Zuständigkeiten, Arbeitsanweisungen und Kompetenzen klar und eindeutig:
Stellenbeschreibung mit Entscheidungsgrenzen und Entscheidungspflichten sowie Pflichtaufgaben.

 

Selbstverständlich gibt es noch weitere praktische Tipps für Ihren Alltag. Der für Sie zuständige Betriebsbetreuer der BGHM informiert Sie gerne.

Wir stehen Ihnen mit Rat und Tat zur Seite

Wenn Sie im Betrieb einen Fehler oder nicht sicherheitsgerechte Verhaltensweisen bemerken, sprechen Sie die betreffende Person unter vier Augen an: Was lief verkehrt, wie soll es richtig laufen und vor allem - warum sollte es richtig laufen. Fragen Sie, was das Unternehmen tun kann - welche Arbeitsbedingungen müssen verändert werden? Mit Antworten auf diese zentralen Fragen klären Sie nicht nur einzelne Beschäftigte über das richtige und sicherheitsgerechte Verhalten auf. Sie klären gleichzeitig weitere Teile der Belegschaft auf – davon profitiert Ihr gesamter Betrieb.

Als Unternehmerin oder Unternehmer ist es wichtig und entscheidend, aus Fehlern Lehren zu ziehen. Nur so können menschliches Leid, Ausfälle von Arbeitskräften, etwaige Unfallkosten, Schäden an Maschinen oder Material künftig vermieden werden. Die BGHM unterstützt Sie durch Informationsschriften sowie beispielhaften Verfahrensvorschlägen und Routinen, damit Sie Ihre eigene Fehlerkultur konzipieren können. Auch wenn Sie bereits eine solche Kultur eingeführt haben, können Sie daraus weitere Ideen und Anregungen erhalten. Die BGHM unterstützt Sie mit Seminar- und Weiterbildungsangeboten.

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